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Geschichte der Pfarrgemeinde St. Heinrich

St. Heinrich wurde in den 20er Jahren vom Pfarrer von St. Margaret als Tochterpfarrei gegründet. Nach dem 1. Weltkrieg begann in München eine rege Bautätigkeit, und 20.000 Neuzuzüge pro Jahr, zumeist aus der Landbevölkerung Bayerns, mussten verkraftet und aufgenommen, dann eingebürgert  und auch seelsorgerlich betreut werden; denn das altbairische Volk war damals noch fromm und katholisch, wenn auch die Münchner als liberal und antiklerikal galten. Es entstanden um München viele kleine Siedlungen, so auch im Süden der Stadt, wie die Kriegersiedlung, die Heimstädtersiedlung hinter dem Luise Kiesselbach-Platz, die Kleinhäusersiedlung um Habacher-  und Rottenbucher-Straße, Eigenhaus und Garten um Schondorfer- und Uttinger-Straße, die Bauten der Wohnungsgenossenschaft München Süd am Eichendorffplatz und in der Novalisstrasse. 1928 wurde das Altersheim St. Josef eröffnet. Die Pfarrei reichte bis zum Waldfriedhof und hatte im Jahre 1930, 2000 Gemeindemitglieder, wovon 1600 sonntags in die Kirche gingen. Zelebriert wurde an drei Orten. 1933 waren es bereits 2500 Katholiken, daneben gab es 126 protestantische Familien, 212 evangelische Einzelpersonen, sieben  freireligiöse und eine jüdische Familie im Pfarrsprengel.  Am 14. Juli 1935 wurde die St. Heinrichs-Kirche von Kardinal Michael v. Faulhaber geweiht und 1943 bereits wieder zerstört. Hl. Messen feierte man sieben Jahre lang in der erhalten gebliebenen Unterkirche, im Altersheim St. Josef und in der Aussegnungshalle des Waldfriedhofs oder auch in der Anastasiakapelle. Der Pfarrbetrieb ging weiter. Schwester Irmeline von den Mallersdorfer Schwestern betreute allein 50 Kinder, im Altersheim waren mehr als 50 Vinzentinerinnen mit ihren großen Flügelhauben mit über 400 Alten und zu Pflegenden beschäftigt, und die Pfarrschwester, ab 1951 war es Schwester Emilie, die 36 Jahre hier wirkte, kümmerte sich um die Armen.

Es gab viele Bombentrichter und sehr viele Ruinen  und sehr viel Leid. Die Tafel für die Opfer ist noch neben dem Eingang der Kirche, auch die Kirche selber war eine Ruine. Der damalige Pfarrer Hermann Maisinger erbettelte von Oberländer Bauern das Dachstuhlholz, und der Wiederaufbau war 1950 notdürftig abgeschlossen.

Die erste St. Heinrichskirche war eine Notkirche an der Johann-Clanze–Straße in einer ehemaligen Schuhfabrik. Dort gab es bereits einen Kindergarten und alle üblichen Pfarreistrukturen – obwohl als Kuratie noch in vielem abhängig von St. Margaret. 1931 gründete Pater Rupert Mayer, dessen Büste wir seit kurzem in unserer Kirche haben, eine Marianische Männerkongregation. Der Kirchengrund wurde 1933 vom Sendlinger Stemmerbauer gekauft, und nach dem Krieg kauften die Leute für 20 Pfennig einen sog. Baustein zum Wiederaufbau ihrer Kirche, welchen Wert doch die neue DM damals hatte! Die Pfarrjugend erbaute in Eigenregie ein Jugendheim. Und Architekt Döllgast richtete die Kirche in seinem überaus schlichten Nachkriegsstil wieder ein (auch die Alte Pinakothek!) 1950 hatte die Pfarrei bereits 17 000 Gemeindemitglieder, von denen tausende  jeden Sonntag zur Hl. Messe kamen. Nach dem Krieg war man fromm! Die Nazis haben das Volk demütig gemacht. Es gab 140 Kommunionkinder und über 100 Firmlinge pro Jahr. Die Frauengemeinschaft hatte regen Zulauf und zwei Kapläne, Keller und Hausladen, kümmerten sich um die Jugend. Leider kam vieles von dem, was ursprünglich Kerngebiet von St. Heinrich war 1961 zur neuen Pfarrei St. Hedwig und 1964 zu Thomas Morus, wohin viele damals aktive Jugendliche der Pfarrei mit ihrem beliebten Kaplan mitzogen, was zu einem jahrzehntelangen Aderlass führte.

Kerngebiete unserer Pfarrei, wie die auf Kirchengrund erbauten Häuser jenseits der Olympiastrasse mit sehr aktiven Katholiken, gingen damals verloren. Viele sind schließlich so ausgeblieben.