Der Kreuzweg in der römisch-katholischen Kirche

Der Kreuzweg ist eine Andachtsform, bei der der Gläubige sich den Leidensweg Jesu Christi auf der Via Dolorosa in Jerusalem in Erinnerung ruft. Meditierend und betend folgt er dabei den einzelnen Stationen dieses Weges von der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus bis hin zu seiner Kreuzigung und Grablegung.

Als Bestandteil der Ausstattung von Kirchenräumen gibt es den Kreuzweg mit 14 Stationen seit Ende des 17. Jahrhunderts.

Der Kreuzweg von St. Heinrich von Michael Veit

Der Kreuzweg in St. Heinrich bildet den Leidensweg Jesu in zehn ausdruckstarken Bronzetafeln ab. Dazu kommen zwei weitere Texttafel, um die Intention der Gestaltung noch einmal zu unterstreichen. Gestalter der Tafeln ist der Münchener Bildhauer Michael Veit, der auch die Bronzeleuchter am Altar, sowie die Hängeleuchten und das Evangeliar gefertigt hat (Bilder davon findet man in der Bildergalerie).

Am Palmsonntag 1995 wurde der Kreuzweg eingeweit und seiner Bestimmung übergegeben - wir feiern also diese Tage sein 25-jähriges Jubiläum. In der Festschrift zur Einweihung erläutert der damalige Stagtpfarrer Josef Schwarzmüller:

"Dieser Kreuzweg soll eine Ergänzung sein für die Gesamtidee der Kirche: 1935, zur Zeit der Naziherrschaft erbaut, wurde sie 1944 zerstört. Nach dem Krieg ist sie inmitten der Trümmer unserer Stadt neu erstanden und mahnt seither die Menschen zum Freiden. Mit diesem Kreuzweg, der an die Leidesgeschichte Jesu erinnert, wird dem Leiden so vieler Unschuldiger gedacht, die Opfer von Unrecht, Bosheit, Schuld und Egoismus werden, vor allem was, der göttlichen Liebe widersteht. "

Erste Tafel - Stationen I und II

I. Jesus wird zum Tod verurteilt


II. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Zweite Tafel - Station III

III. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Dritte Tafel - Stationen IV und V

IV. Jesu begegnet seiner Mutter


V. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Vierte Tafel - Stationen VI und VII

VI. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch


VII. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Fünfte Tafel - Station VIII

VIII. Jesus begegnet den weinenden Frauen

Sechste Tafel - 2. Phil., 6 - 11

6 Chriustus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu
11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.

Siebente Tafel - Gebet von P. Rupert Mayer

„Herr, wie Du willst, so soll mir gescheh`n
und wie Du willst, will ich geh`n;
hilf Deinen Willen nur versteh`n!
Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit;
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut und in Ewigkeit.
Herr, was Du willst, das nehm` ich hin
und was Du willst, ist mir Gewinn;
Genug, dass ich Dein eigen bin.
Herr, weil Du`s willst, drum ist es gut;
und weil du`s willst, drum hab` ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht!“

Achte Tafel - Station IX

IX. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Neunte Tafel - Station X

X. Jesus wird seiner Kleider beraubt

Zehnte Tafel - Station XI

XI. Jesus wird an das Kreuz genagelt

Elfte Tafel - Stationen XII und XIII

XII. Jesus stirbt am Kreuz


XIII. Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt

Zwölfte Tafel - Station XIV

XIV. Der Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt